Welt verbessern, aber richtig: 4 Fragen rund ums Social Responsibility Marketing

Welt verbessern, aber richtig: 4 Fragen rund ums Social Responsibility Marketing

International erfolgreiche Unternehmen wie Toms Schuhe oder Burts Bees haben es vorgemacht: Soziale Verantwortung zu übernehmen wird immer mehr Teil der Marketingstrategie. Darüber zu reden, gehört dazu – und lohnt sich. Aber Vorsicht: Social Responsibility muss mehr sein als ein Marketingtool, um echtes Vertrauen und Markenloyalität zu fördern. Hier die wichtigsten 4 Fragen, die Sie sich für erfolgreiches Social Responsibility Marketing jenseits des Hypes stellen sollten.

Als Unternehmen der Gesellschaft Gutes tun zu wollen anstatt nur nach dem eigenen Gewinn zu streben – und trotzdem damit bei der Zielgruppe punkten. Das klingt nach einer Win-win-win Situation, die sowohl den Unternehmen, Kund*innen als auch den unterstützten wohltätigen Organisationen nützt. Neben globalen Playern wie Coca-Cola oder auch Google, die ganze Abteilungen mit Social Responsibility beschäftigen, verschreiben sich auch in kleineren und mittelgroßen Unternehmen immer mehr Kampagnen dem guten Zweck. Bevor Sie Ihr eigenes Social Responsibility Marketing starten, sollten Sie sich jedoch folgende 4 Fragen stellen:
Liegt uns Social Responsibility wirklich am Herzen?
Die erste und zugleich wichtigste Frage: Wollen Sie wirklich Budget und personelle Ressourcen einsetzen, um etwas an die Gesellschaft zurückzugeben? Oder soll der gute Zweck vor allem als PR-Mittel dienen? Hier aufrichtig zu sich selbst zu sein ist unerlässlich. Denn Kund*innen haben sehr feine Antennen für die wahren Absichten hinter Social Responsibility Kampagnen. Reine Kommunikation ohne Substanz wird immer rascher durchschaut und hat den gegenteiligen Effekt. Darüber hinaus lohnt sich soziales Engagement zur Imagepflege vor allem langfristig und durch kontinuierliche Arbeit. Kurzfristige Kampagnen wirken sich zwar meist positiv aus, benötigen dafür aber ein beträchtliches Marketingbudget.
Was soll Social Responsibility Marketing für uns erreichen?
Sind Sie sich über die Motivation für Ihre Kampagne im Klaren, sollten Sie sich Ziele setzen. Wollen Sie die Loyalität Ihrer bestehenden Kund*innen fördern, Ihr Unternehmen generell als sozial verantwortungsvoll positionieren oder bieten Sie einen Service bzw. ein Produkt an, das zu einem aktuellen gesellschaftlich relevanten Anliegen passt? Ein Beispiel: „Rettet die Bienen“. Ein Thema, das international viel Aufmerksamkeit erhält und auch für Unternehmen vielfältige Möglichkeiten bietet, sich für die Umwelt zu engagieren. So versprach der Hersteller von Naturkosmetika, Burts Bees, für jeden gekauften Lippenbalsam 5000 Wildblumensamen zu pflanzen. Das Ziel der Million wurde schnell übertroffen und eine Zeit lang ging sogar jede Sekunde (Angaben des Unternehmens) weltweit ein Burts Bees Lippenbalsam über den Ladentisch.
Welcher gute Zweck passt zu unserem Unternehmen?
Mit seiner Aktion hat Burts Bees alles richtig gemacht, denn der Einsatz für die Bienen passt voll und ganz sowohl zum Produkt (natürliche Kosmetika auf Bienenwachsbasis) als auch zur nachhaltig geprägten Unternehmenskultur. Die Aktion wurde dadurch glaubwürdig und gern von der ohnehin umweltbewussten Zielgruppe mitgetragen. Mit Schönheit und einem Selfie Gutes tun? Aber gern! Deshalb: Bevor Sie als Unternehmen für den guten Zweck tätig werden, immer abwägen: passt das Engagement zu unserem Produkt, zu unseren Unternehmenswerten? Als Faustregel gilt – je näher der eigenen Branche, desto besser. Aber wie schon im ersten Abschnitt erwähnt: Wer für eine Sache wahrhaftig brennt, ist immer glaubwürdig und authentisch.
Wie laut sprechen wir über unsere Aktivitäten?
Wer Gutes tut, will im Social Responsibility Marketing auch darüber reden. Auch hier sollte zunächst strategisch überlegt werden – ist unsere Botschaft stimmig? Lohnt es sich, Geld für PR-Kampagnen in den sozialen oder gar klassischen Medien zu investieren? Gerade bei kleineren Unternehmen oder bei lokalem/regionalem Einsatz für die gute Sache ist es oft ratsam, zunächst vor allem Taten für sich sprechen zu lassen, anstatt vollmundig die eigene Wohltätigkeit zu loben. Konsequente Haltung und Arbeit mit Herzblut sorgen oft mit wenig Einsatz für Mundpropaganda. Social Responsibility Marketing braucht einen langen Atem – aber ist aus langfristiger Sicht absolut lohnenswert.
 
MARMIND Top Tipps: Social Responsibility Marketing
Bleiben Sie authentisch – Nur ein soziales Engagement das von Herzen kommt und zu Ihrem Unternehmen bzw. Produkt passt, ist glaubwürdig und bildet Vertrauen.
Think small  – Man muss nicht gleich die ganze Welt retten – engagieren Sie sich nach Ihren Möglichkeiten. Gerade lokale oder regionale wohltätige Vereine freuen sich sehr über Unterstützung und langfristige Zusammenarbeit.
Denken Sie langfristig – Vertrauen und Loyalität bilden sich nicht über Nacht. Social Responsibility Marketing braucht Konsequenz – dann überlebt es auch den derzeitigen Hype.
 
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Dieser Artikel basiert auf Artikeln der Brand Eins-Ausgabe 1/2019 „Wir sind die Guten“