März 5, 2019 Peter Ramsenthaler

Bahlsen: 4 Erfolgsfaktoren für 130 erfolgreiche Jahre

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Messino, Ohne Gleichen, Pick-up und vor allem der berühmte Leibniz Butterkeks: Über 90% der deutschsprachigen Haushalte kennen laut eigener Website den Namen Bahlsen, die jährlichen Produktionsmengen und Umsätze wachsen weiter. Das 1889 gegründete Familienunternehmen vertraut dabei nicht nur auf Tradition und Nostalgie, um gegen mächtige  wieewerberenen. adition, Leidendie jährliche Produktionsmengen und Umsätze steigen kontinuierlichper V-Wagenen. adition, LeidenMitbewerber wie Nestlé, Mondelez oder de Beukelaer zu bestehen. Welche Faktoren sind verantwortlich für den Erfolg von Bahlsen?

Gegründet wurde Hermann Bahlsens „Cakesfabrik“ mit 10 Mitarbeiter*innen in Hannover. Mit dem berühmten Leibniz Keks (von Bahlsen selbst eingedeutscht und schließlich im Duden aufgenommen) und später mit Eiswaffeln sowie „Russisch Brot“ gelang der Durchbruch. Inzwischen in der 3. Generation, überlebte das Familienunternehmen bisher Weltwirtschaftskrisen, zwei Weltkriege sowie globale Konzerne als Mitbewerber wie Mondelez oder Nestlé. Auch interne Turbulenzen gab es genug. So führten Machtkämpfe zwischen den beiden Bahlsen-Brüdern Lorenz und Werner 1999 zur Teilung des Unternehmens. In den letzten Jahren präsentierte sich das Unternehmen stark wie nie: mit 559 Mio. Euro Umsatz, über 2800 Mitarbeiter*innen und einer jährlich steigenden Produktionsmenge von derzeit mehr als 140 Tonnen.

Erfolgsfaktor EINS: Das Team mit an Bord

Schon Gründer Hermann Bahlsen war dafür bekannt, dass er dem Wohlergehen seiner Angestellten viel Aufmerksamkeit schenkte – zu jener Zeit eine große Ausnahme. Es gab künstlerisch gestaltete Produktionsräume, Weiterbildung, eine Bibliothek, einen Zahnarzt – und die erste Mitarbeiterzeitschrift Deutschlands, die TET/Leibniz-Blätter. Auch Hermanns Enkel Werner versucht die strategischen Anforderungen eines wettbewerbsfähigen Unternehmens mit der Zufriedenheit und Loyalität der Belegschaft in Einklang zu bringen – mit Nebenleistungen, flexiblen Arbeitsmodellen und vor allem durch die Beteiligung der Mitarbeiter*innen bei chronisch riskanten Veränderungsprozessen innerhalb des Unternehmens. Die einzelnen Abteilungen werden nach wie vor stark in die strategischen Entscheidungsprozesse eingebunden und tragen dadurch auch schwierige Entscheidungen, wie z. B. einen notwendigen Stellenabbau mit.

Erfolgsfaktor ZWEI: Mut zur Veränderung

Bahlsen bewies schon früh Offenheit für Innovationen und Verbesserungen. Das gilt vor allem für die Produkte, die sich in immer neuen Formen an die wechselnden Geschmäcker und Konsumgewohnheiten der Kundschaft wenden. Aber auch in der Herstellung setzte man immer wieder Akzente. So produzierte Bahlsen noch vor Henry Ford am Fließband, auch die erste sogenannte thermoplastische Steifpackung mit verschweißter Aluminiumfolie kommt aus Hannover. Immer wieder gab es strategische Neuausrichtungen, um das Familienunternehmen für den internationalen Wettbewerb zu rüsten – darunter die Umstellung auf Lean Production oder die kund*innenorientiertere Produktion. Immer wieder gelang es, die Belegschaft vom eigenen Kurs zu überzeugen und die Bindung ans Unternehmen zu erhalten. Bis zum Jahr 2012.

Erfolgsfaktor DREI: Aus Fehlern lernen

In Zusammenarbeit mit Beratern von McKinsey hatte Bahlsen beschlossen, aus dem Geschäft mit den Weihnachtskeksen auszusteigen und ein Werk zu schließen. Doch was als Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit geplant war, führte zu einer „Revolte“ der Führungskräfte. Man fühlte sich überrumpelt von einer Entscheidung, die keine Basis im Unternehmen hatte. Anstatt die Strategie zu erzwingen, hörte Werner Bahlsen zu. Noch im selben Jahr ging es zurück ans Reißbrett – und diesmal wurde die Strategie von Arbeitsgruppen quer durch die Abteilungen mitgestaltet. Eine erfolgreiche Kurskorrektur. Auch unpopuläre Maßnahmen, wie zum Beispiel die verstärkte Ausrichtung der traditionell mächtigeren Produktion am Vertrieb, wurden von den Betroffenen als berechtigt empfunden und dadurch mitgetragen. Das Vertrauen der Mitarbeiter*innen in ihr Unternehmen blieb so weitgehend erhalten – ein Kunststück in jedem Veränderungsprozess.

Erfolgsfaktor VIER: Freude am Experimentieren

Die Lust an der Innovation treibt Bahlsen auch nach 130 Jahren nach wie vor an. Schon die Wirtschaftskrise in den 30ern überstand das Unternehmen mithilfe innovativer Ideen wie zB. der günstigen, mit Keksen gefüllten „Expressdose“ zum Mitnehmen. Heute sind es Neueinführungen wie der erfolgreiche Pick-up Riegel oder immer neue Sondereditionen der bekannten Keks-Klassiker, die Bahlsen jedes Jahr auf den Markt bringt. Auch beim Marketing ging und geht man stets neue Wege. Als zweite Leuchtreklame Deutschlands erstrahlte die Marke Bahlsen im Berlin anno 1898 – für den Keks-Riegel Pick up kooperiert man mit Influencer*innen, schaltet Display Anzeigen und kreiert gezielt Content für die Sozialen Medien. Und die nächste Bahlsen-Generation steht bereits in den Startlöchern. So hat Hermann Bahlsens Urenkelin Verena das „Hermann’s“ gegründet, ein Restaurant und internationales Netzwerk für Food-Innovationen. Bahlsens Drang zum Experiment bleibt ungebrochen.

 

Lernen von Bahlsen: Die MARMIND Top Tipps

Involvieren Sie Ihre Mitarbeiter*innen bei strategischen Entscheidungen – mit ihnen stehen und fallen Veränderungsprozesse

Lernen Sie aus Fehlentscheidungen – der offene Umgang mit Fehlern und der Mut zur Neuorientierung.

Bleiben Sie neugierig – vergangener Erfolg ist kein Freibrief für die Zukunft.

 

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Dieser Artikel basiert u. a. auf den unten angegebenen Quellen:

https://www.brandeins.de/magazine/brand-eins-wirtschaftsmagazin/2014/vertrauen/aufruhr-in-der-keksfabrik

https://www.handelszeitung.at/handelszeitung/bahlsen-alle-jahre-wieder-erfolgreich-169672

https://www.horizont.net/marketing/nachrichten/alles-hinterfragen-wie-verena-bahlsen-das-keks-business-umkrempelt-171464

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